Aus der Chronik der Stadt Erfurt

Und Sie ist doch unsere Heimat ....

742 (Frühjahr/Sommer) Erste schriftliche Erwähnung von "Erphesfurt". Der Missionserzbischof Bonifatius bittet den Papst Zacharias in einem Brief um die Bestätigung der von ihm gegründeten Bischofssitze und der von ihm geweihten Bischöfe: " Und wir bitten und begehren, daß jene drei Orte(oppida sive urbes), in denen wir sie eingesetzt haben, durch Urkunden kraft Eurer Autorität bestätigt und gesichert werden. Einen dieser Bischofssitze haben wir errichtet in dem Kastell (in castello), welches Würzburg heißt, den zweiten an dem Platz (in oppido), welcher Büraburg genannt wird, den dritten in dem Ort, (in loco) welcher Erphesfurt heißt, der schon vor Zeiten eine befestigte Siedlung (urbs) heidnischer Bauern gewesen ist..."

um 755 Das von Bonifatius 742 gegründete Bistum Erfurt wird aufgehoben und geht im Erzbistum Mainz auf. Auch nach der Vereinigung bleibt Erfurt der kirchliche Mittelpunkt Thüringens. Da die kirchliche Oberhoheit des Erzbistums Mainz engere Beziehungen zu dem wirtschaftlich weiter fortgeschrittenen Rhein-Main-Gebiet mit sich bringt, wirkt sich die Zusammenlegung fördernd aus.

768 Erste schriftliche Erwähnung der im Mittelalter als Hohe- oder Königstraße bzw. als Via Regia Lusatiae bekannten großen Ost-West-Straße, einer der am meisten benutzten Heer- und Handelsstraßen. Sie trifft in Erfurt auf die alte Völkerstraße vom Süden nach dem Norden, Rechte oder Kreuzstraße genannt. Kreuzungspunkt dieser beiden wichtigsten Handels- und Verkehrswege sowie Stätte frühmittelalterlichen Handelsaustausches ist der spätere Fischmarkt.

936 König Heinrich I. nimmt auf seinem letzten Hoftag kurz vor seinem Tod in Erfurt eine so wichtige Handlung wie die Designation seines Sohnes Otto I. zum Nachfolger vor. Ort des Reichstages war wahrscheinlich der Petersberg.

um 1000 In Erfurt vollzieht sich die Entwicklung zur Stadt. Gegenüber den alten Siedlungen zwischen Petersberg und Gera entsteht eine neue Niederlassung auf dem östlichen Flußufer. Handwerker, vorwiegend aber Kaufleute lassen sich dort nieder. Aufschwung der Kaufmannssiedlung zwischen Lehmannsbrücke, Kaufmannskirche und Anger. Erfurt entwickelt sich in enger Wechselwirkung zum Umland als Gewerbe- und Nahmarktort.

um1066 Bau erster umfangreicher Befestigungsanlagen zum Schutz der Stadt. Nur wenige Städte in den fortgeschrittenen westlichen und südlichen Reichsteilen erhalten im 11. Jahrhundert Stadtmauern. Die Erfurter Stadtumwallung von 1066 gehört zu den früheren Befestigungen in Deutschland.

11. und 12. Jahrhundert Die Doppelstellung Erfurts im frühen Mittelalter als königliche und erzbischöfliche mainzische Stadt wird durch die Erfurter Münzen bestätigt. Im 11. und 12. Jh. werden nebeneinander königliche und mainzische Münzen geprägt. Die Brakteaten zeigen König Konrad III.(1142), Kaiser Friedrich Barbarossa(1165), die Erzbischöfe Heinrich I.(1142-1153) bzw. Siegfried II. von Eppstein(1201-1230) oder Siegfried III. von Eppstein(1230-1249).

1104 Die Erfurter Vogtei haben die mächtigen Grafen von Tonna-Gleichen als erzbischöfliche Lehen inne. Ihr Dienstlehen war der Gleichenhof an der Bartholomäuskirche, deren Turm heute ein Glockenspiel trägt.

1120 Erfurt wird erstmals als "civitas" und damit als Stadt ausgewiesen.






1141-1255 Herausbildung eines bürgerlich-patrizischen Rates und Kampf des Rates und der Bürgerschaft um die Erringung der kommunalen Autonomie. Der Erzbischof bleibt jedoch Grund- und Stadtherr. Beginn des Baues eines durchgängigen Mauerringes um die Stadt, nachdem die Stadtumwallung von 1162 bereits wenige Jahre später durch Landgraf Ludwig II. von Thüringen zerstört worden ist. Die mächtige Stadtmauer von ca. 8 km Länge mit zahlreichen Wehr- und Wachtürmen sowie acht Haupttoren war in ihrem Verlauf identisch mit dem heutigen Juri-Gagarin-Ring. Die eingeschlossene dicht bebaute Stadtfläche beträgt 133 ha.

1200-1204 Der staufisch-welfische Thronstreit beeinträchtigt die Entwicklung der Stadt. Die Stadt wird 1203 einen Monat lang belagert, ohne daß sie eingenommen werden kann. 1204 beugt sich der welfisch gesinnte Landgraf Hermann von Thüringen dem deutschen König Philipp von Schwaben in Ichtershausen nahe Erfurt.

Seit dem 13. Jahrhundert Erfurt entwickelt sich zu einem der größten Waidmärkte des Reiches. In etwa 300 Dörfern Thüringens wird die Waidpflanze(Isatis tinctoria) angebaut, aus deren Blättern man ein begehrtes und gewinnbringendes Blaufärbemittel gewinnt und welches mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt eng verbunden ist. Ein Waidregister von 1579 weist Waidanbau in 49 Erfurter Dörfern nach.

um 1285 Erster Nachweis des Erfurter StadtwappensStadtwappens. Das noch heute gebräuchliche Stadtwappen, das sechsspeichige silberne Rad auf rotem Grund, kennzeichnet die Schutzschilde städtischer Bürgertruppen.

1350/51 "Der schwarze Tod", die Pest, wütet in der Stadt. Über 12.000 Bürger sterben an dieser Seuche.

1392 (1. Mai) Eröffnung der Erfurter Universität als fünfälteste Hochschule des Reiches. Von Anbeginn bestehen alle vier erlaubten Fakultäten: theologische, juristische, medizinische und Artistenfakultät. Bereits im 13. und im 14. Jh. entsteht ein hochentwickeltes, an kirchliche Institutionen gebundenes Schulwesen mit überregionaler Bedeutung. Schulen an den Stiftern S. Mariae und S. Severi, bei den Augustinerchorherren, dem Kloster S. Peter, bei den Klöstern der Schotten, der Dominikaner, der Franziskaner, der Augustinereremiten.

1472 Von den zahlreichen Stadtbränden wirkt der von 1472 am verheerendsten. Fast die Hälfte der Stadt wird in Asche gelegt. Als Hilfsmaßnahme bewilligt Kaiser Friedrich III. 1473 den Trinitatismarkt.

14. und 15. Jahrhundert Mit ca. 18.000 bis 20.000 Einwohnern entwickelt sich die Stadt in diesen Jahrhunderten zu einer Stadt im Range einer mittelalterlichen Großstadt. Sie erreicht damit den Gipfel ihrer wirtschaftlichen, politischen und geistig-kulturellen Entwicklung im Mittelalter.

1488 (21. April) Ulrich von Hutten, konsequenter Vertreter des Humanismus und engagierter Kämpfer für die nationale Einheit, geboren. Seit 1499 im Kloster Fulda, wird er von den Fuldaern Benediktinern wahrscheinlich schon 1502 zum Studium nach Erfurt geschickt. Hier ist Crotus Rubianus sein Lehrer, und hier freundet er sich mit Eobanus Hessus an. Auf Anregung von Crotus Rubianus verfaßt Hutten 1515 den zweiten Teil der "Dunkelmännerbriefe"("Epistolae obscurorum virorum).

1497 Guß der "Großen Glocke", der "Gloriosa", jenes weltbekannten Schatzes des Erfurter Doms, durch den berühmten Glockengießermeister Gerhard van Wou aus Kampen. Der Durchmesser beträgt 2,57 Meter, die Höhe 2,50 Meter mit Krone, das Gewicht rund 228 Zentner.

1499/1501 Der Buchdruck gelangt mit dem Vordringen des Humanismus zu größerer Verbreitung. Wolfgang Schenk druckt 1499 im Haus " Zum Schwarzen Horn", Michaelisstraße 47, ein Buch von Nikolaus Marschalk, das erstmals in größerem Umfang griechische Texte enthält. Zwei Jahre später gibt er das erste griechische Lehrbuch in Deutschland heraus.
1501-1511 Martin Luther verbringt entscheidende Jahre seines Lebens in Erfurt. Immatrikulation 1501 an der Erfurter Universität. 1502 Baccalaureat. 1505 Magister artium. 1505 Eintritt in das Augustinerkloster. 1507 zum Priester geweiht(wahrscheilnlich in der Kilianskapelle am Dom). Er bleibt -mit Unterbrechungen- bis 1511 in Erfurt. In späteren Jahren hält er sich mehrmals in Erfurt auf.

1509/10 "Tolles Jahr" von Erfurt. Kämpfe der Bürgeropposition gegen die patrizische Ratsherrschaft. Die Gefrunden werden zeitweilig aus dem Rat vetrieben. Der Obervierherr Heinrich Kellner, mehrmals persönlich verhört, wird nach Gefängnishaft am 28. Juni 1510 hingerichtet. Die Veränderung der Ratsverfassung, die sogenannte "Regimentsverbesserung", wird in einer umfangreichen Urkunde niedergelegt.

1521 (6.-8. April) Auf dem Weg zum Reichstag in Worms kommt Martin Luther nach Erfurt. Er wird begeistert von Universität und Bevölkerung begrüßt. Unter großem Zulauf predigt er in der Kirche des Augustinerklosters(7.April); der Rektor der Universität, Crotus Rubianus, gibt ihm zu Ehren einen Empfang.

1525 Drucklegung des ersten vom Rechenmeister Adam Ries verfaßten Rechenbuches in der Werkstatt von Mathes Maler im Haus "Zum Schwarzen Horn", Michaelisstraße 47.

zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts Ökonomischer Aufschwung der städtischen Wirtschaft. Die Waidgeschäfte nehmen einen vorderen Platz ein. Der wirtschaftliche Aufschwung geht mit einer regen Bautätigkeit einher. Zahlreiche Bürgerhäuser entstehen im Renaissancestil, so das Haus "Zum Roten Ochesen"(1562) und das Haus "Zum Breiten Herd"(1584) am Fischmarkt, das Haus "Zum Stockfisch"(1607) in der Johannesstraße und das Stotternheimsche Palais(1612) am Anger.

1591 Das Aufblühen der Wirtschaft läßt die städtischen Finanzen endgültig gesunden und Erfurt wieder zu einem gesuchten Gäubiger werden. Nachdrücklich unterstützt dies das selbstbewußte Auftreten der Stadt gegenüber dem Erzbischof. Der Rat läßt auf dem Fischmarkt ein Renaissance-Standbild auf hoher Säule, den sogenannten "Roland", ursprünglich "Römer", errichten "... zum Beweißtum ihrer Freiheit, so die Stadt von alten Zeiten her gehabt".

1631-1635 Die Schweden halten die Stadt Erfurt besetzt. Nach der Niederlage der kaiserlichen Truppen am 17. September 1631 bei Breitenfeld hält König Gustav II. Adolf von Schweden Einzug in die Stadt(2. Oktober). Der Rat empfängt den König ehrerbietig vor dem Gasthof "Hohe Lilie", wo er Quartier nimmt. Die Stadt wird zu einer starken schwedischen Festung ausgebaut.

1644 (12. Oktober) Kurfürst Johann Philipp von Schönborn hält feierlichen Einzug in "seiner" Stadt Erfurt. Er nimmt wie seine mittelalterlichen Vorgänger auf dem Petersberg Quartier und bleibt bis zum 18. Dezember. In dieser Zeit schafft er die Grundlagen zur neuen Verwaltung des kurmainzischen Erfurter Staates. Johann Philipp von Schönborn weilt noch zweimal in Erfurt, vom 6. bis zum 20. März und vom 25. März bis zum 28. April 1667.

1665-1726 Bau der Befestigungsanlage des Petersberges als kurmainzische Zwingburg im Zuge der stärkeren Wiedereingliederung Erfurts in Kurmainz nach Plänen von A. Petrini. Erste Anlage mit 8 Bastionen im neuitalienischen System; Kommandantenhaus, Kasernen und Außenwerk um 1707/26 im Zuge weiteren Anbaus nach Entwürfen von Maximilian von Welsch im Vaubanschen System mit Grabenscheren, Kasematten, Kaponnieren, Minen und Glacis, Ravelins, Lünetten und Hornwerk. 1814/73 Umbau nach preußischem Befestigungssystem.

1682/83 In den furchtbaren Pestjahren sterben über 9.400 Menschen in der Stadt. 1683 zählt die Stadt nur noch 7.000 Einwohner.

1702-1717 Kurmainzischer Statthalter: Philipp Wilhelm Reichsgraf von Boineburg (beigesetzt in Erfurt, St. Wigbert). Er bemüht sich, Mißstände in der Verwaltung zu beseitigen und das Wirtschaftsleben in der Stadt neu zu beleben. Größere Erfolge zeigen sich jedoch erst nach Jahrzehnten.

1735 Eröffnung des katholischen Krankenhauses im Brühl (heute Ecke Gorkistraße/Brühler Straße) zunächst mit 10 Betten.

1736 (21. Oktober) Eine große Feuerbrunst zerstört zwischen dem heutigen Domplatz, dem Rathaus und der Predigerkirche über 188 Wohnhäuser sowie die Pfarrkirche Martini intra an den "Langen Stegen". Der Schaden beläuft sich auf über 147.150 Taler.

1749 Nur in drei Erfurter Dörfern wird noch Waid angebaut. Mit dem weiteren Rückgang des Waidanbaus ist ein verstärkter Anbau von Getreide verbunden. Umfangreich ist der Handel mit agrarischen Produkten wie Anis, Mohn, Getreide sowie Gemüse.

1756 Jakob Platz, Gründer der ersten großen Erfurter Samen-Exportfirma, eröffnet ein Geschäft in der Johannesstraße 93. Die Handelsgärtnerei beschäftigt sich mit der Anzucht von Levkojen, Lack, Astern, Sommergewächsen, Stauden, Rosen, Obst- und Zierbäumen, Sträuchern und der Anzucht von Gemüsesamen. Für ihre Verdienste um den Gartenbau erhält die Firma 1779 das kurmainzische Privileg. Die Gärtnerei Platz versendet bereits im Jahr 1788 den ersten von Erfurt ausgehenden Samenkatalog.

1770 (8. Mai) Dr. Johann Bartholomäus Trommsdorff, bedeutender Professor der Erfurter Universität und einer der größten Chemiker und Pharmazeuten seiner Zeit, wird geboren. Nach seiner Lehre als Apotheker übernimmt er 1790 die väterliche Schwanringapotheke auf dem Anger neben der Lorenzkirche. 1795 Herausgeber der ersten pharmazeutischen Lehranstalten. Von 1793 bis 1834 gibt er 53 Bände des "Journals der Pharmacie" heraus. Gründer einer der ersten Fabriken für pharmazeutische Artikel. Verstorben am 3. Juli 1884 in Erfurt.


1771-1802 Kurmainzischer Statthalter: Karl Theodor Anton Maria Kämmerer von Worms, genannt von Dalberg, 1802 Kurfürst und Erzbischof von Mainz, 1806 Fürstprimas, später Großherzog von Frankfurt, gestorben 1871 als Bischof von Regensburg. Förderer der kulturellen Bestrebungen in Erfurt, besonders der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften. Dalberg zieht u.a. Goethe, Schiller, Wieland, Herder und Wilhelm von Humboldt in seinen Kreis. Mit Dalberg erlischt 1802 die Reihe der kurmainzischen Statthalter in Erfurt.

1791 Wilhelm von Humboldt vermählt sich mit Caroline von Dacheröden im Haus ihres Vaters, des ehemaligen preußischen Kammerpräsidenten von Dacheröden(Anger 37/38), einem Doppelhaus aus den Gebäuden "Zum Goldenen Hecht" und "Zum Großen und Neuen Schiff".

1802 Mit dem Frieden von Luneville von 1801 erkennt das Reich die Annexion des linken Rheinufers durch Frankreich an. Der preußisch-französische Vertrag vom 23. Mai 1802 sichert Preußen Entschädigung zu. Das Stadt- und Landgebiet Erfurt, Untergleichen und das Eichsfeld sowie die vormals freien Reichsstädte Mühlhausen und Nordhausen gehen in den preußischen Staatsverband über. Erfurt und das dazugehörige Landgebiet mit der Stadt Sömmerda und 72 Dörfer umfassen zu dieser Zeit 595 km², haben 42.208 Einwohner, wovon 16.580 auf Erfurt entfallen.

1806 (17. Oktober) Nach der Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt wird die Festung Erfurt kampflos an die französischen Truppen übergeben. In dichten Kolonnen ziehen die militärischen Einheiten durch das Johannestor in die Stadt ein.

1808 Vom 27. September bis zum 14. Oktober findet in Erfurt der Fürstenkongreß statt. Kaiser Alexander I. von Rußland und die meisten der deutschen Rheinbundfürsten kommen nach Erfurt, das so für zwei Wochen zu einem Zentrum europäischer Politik wird.

1813 (25. Oktober) Nach der Völkerschlacht bei Leipzig (16.-19.Okt.) ist die Stadt durch ein starkes Belagerungskorps, aus preußischen, österreichischen und russischen Truppenteilen unter dem Kommando von Generalleutnant Friedrich von Kleist bestehend, eingeschlossen.

1815 Auf dem Wiener Kongreß werden Stadt und Festung Erfurt erneut Preußen zugesprochen. Preußen ergreift am 21. Juni vom ganzen Fürstentum Erfurt mit Blankenhain Besitz und tritt am 28. September den größten Teil des Erfurter Landgebietes und das Blankenhainer Gebiet an Sachsen-Weimar-Eisenach ab.

1816 (1. April) Erfurt wird Stadtkreis mit eingeschränkten Rechten und Hauptstadt des im selben Jahr gebildeten preußischen Regierungsbezirkes Erfurt; dieser untersteht dem Oberpräsidenten der preußischen Provinz Sachsen mit Sitz in Magdeburg.

1819 Die Einwohnerzahl der Stadt Erfurt einschließlich der Garnison beträgt 20.772. Davon sind 12.430 evangelisch, 4.476 katholisch und 86 Juden.

1822 Friedrich Adolf Haage(jun.)(1796-1866) begründet seine Gärtnerei. Die Hauptkulturen des Geschäftes im Warenhaus sind gegen Ende des Jahrhunderts: Dracänen, Gesneriaceen, Orchideen und Blattpflanzen. Im Kalthaus sind es: Kakteen, Agaven, Yucca, Rhododendron, Azaleen, Camelien. Ein weiterer Hauptzweig in Feldkulturen sind Freilandpflanzen, Balsaminen, Rittersporn, Nelken, Stauden sowie Gemüse- und landwirtschaftliche Sämereien. Zu einem Hauptgebiet des Betriebes wird später die Kakteenzucht. Ihr Sortiment zählt zu den besten in Deutschland.

1828 Johann Christoph Schmidt(1803-1868) gründet die Firma J.C.Schmidt(Blumenschmidt), anfänglich als Nebenbetrieb einer Wachsfabrik. Dann betreibt er den Handel mit Pflanzen und Knollen. Bald fügt er eine Bukettbinderei hinzu, welche die Firma in weitesten Kreisen bekannt macht. Die Binderei wird zu hoher Blüte gebracht, ebenso die Verwendung immortellenartiger Blumen und Gräser, ein Betriebszweig, der später einen ganz besonderen Aufschwung nimmt.

1838 Im "Vogelsgarten" (heute Stadtgarten) findet die erste Gartenbauausstellung statt.

1843 Ernst Benary(1819-1893) gründet vor dem Brühler Tor eine kleine Gärtnerei. Den Schwerpunkt seiner gärtnerischen Tätigkeit legt er auf das Bestreben, neue, vervollkommnende Formen zu erzielen und diese aus Samen beständig zu machen. Das Geschäft entwickelt sich rasch zu großer Blüte und verbreitet den Erfurter Kultur- und Handelsbetrieb in bezug auf Sämereien planmäßig über die ganze Erde.

1847 Die Brüder Wilhelm und Louis Born gründen in Ilversgehofen eine Samenhandlung und betreiben die Produktion von Senf, Essig und Sprit.

1848 Carl Franz Heinemann(1819-1875) gründet seine Gärtnerfirma in Erfurt. Spezialitäten sind Begonien und Gloxinien neben dem in der Stadt üblichen Samenbau. Weiterhin werden Blattpflanzen für das freie Land gezüchtet, ferner Stauden, Rosen, Beeren, Schlingsträucher und neue Gehölze. Der Betrieb entwickelt sich sehr bald zu einer in Samenzucht und Samenhandel führenden Erfurter Großgärtnerei. Erstmals in Deutschland werden durch die Gärtnerei illustrierte Handelsverzeichnisse versandt.

1857 Christian Hagans(1829-1908), Begründer der Erfurter Lokomotivenfabrik, errichtet eine Eisengießerei und Maschinenfabrik auf dem Gelände Dalbergsweg 15 und Karthäuserstraße 35/36. Nach der Produktion von landwirtschaftlichen Maschinen, Gußartikeln, Mühlen und Salinenbedarf wird 1872 die erste Lokomotive fertiggestellt.

1857 Die erste Erfurter Gasanstalt, Kohlemarkt 45-50, später Herrenbreitengasse, wird in Betrieb genommen. Am 21. Oktober erstrahlen in der Stadt zum ersten Mal die neuen Gasleuchten in den Straßen. Die alten Öllaternen werden schrittweise durch moderne Gasleuchten ersetzt.

1861 Die Stadt Erfurt hat 37.012 Einwohner.

1865 (9.-17. September) Erste Internationale Land- und Gartenbauausstellung in Erfurt. Ausstellungsort: "Vogels- und Hellings Garten", das Gelände zwischen der heutigen Theater- und der heutigen Lutherstraße.

1867 Niels Lund Chrestensen(1840-1914) gründet seine Kunst- und Handelsgärtnerei, welche sich zuerst ausschließlich mit der Binderei von Kränzen und Buketts beschäftigt. Durch ein von ihm erfundenes Trockenverfahren ist es möglich, neben Dauerblumen(Immortellen) auch andere Blumen zu konservieren und so die damals in Mode kommenden Makart-Buketts künstlerisch zu behandeln.Seine Prunkstücke werden in der ganzen Fachwelt geschätzt und nachgeahmt. In Erweiterung erfolgt die Anzucht landwirtschaftlicher Sämereien und von Mustergetreide, was die Firma namentlich bei den Gärtnern und den Landwirten in ganz Deutschland und im Ausland einführt.

1871 Die Stadt Erfurt hat einschließlich der Militärpersonen 43.755 Einwohner.

1872 (1. Januar) Erfurt scheidet aus dem Landkreis aus und bildet mit seiner Feldmark einen eigenen Stadtkreis.

1872 Eduard Lingel (1848-1922), bedeutendster Schuhfabrikant der Stadt, gründet sein erstes Unternehmen im Haus "Zum Krummen Hecht", Fischersand 9. Zur Erweiterung des Werkstattbetriebes wird 1874 das Haus Hermannsplatz 5 und 6 erworben. 1887 Einrichtung der Schuhfabrik an der Landgrafenstraße(Martin-Andersen-Nexö-Straße).

1880 Die Stadt Erfurt hat 72.360 Einwohner.

1882 (2. Juni) Festliche Einweihung des neuen es mit Festsaal. Die Gemälde des Festsaales hat der Düsseldorfer Historienmaler Professor Peter Janssen in den Jahren 1878 bis 1882 gefertigt. Anläßlich dieses Ereignisses finden zahlreiche Veranstaltungen statt, wie eine Stadtrundfahrt mit dem Oberbürgermeister Richard Breslau und ein Fackelzug aller Erfurter Schulen und Vereine.

1891 (14.-21. Oktober) Im "Kaisersaal" in der Futterstraße findet der Erfurter Parteitag der Sozialdemokratischen Partei statt, auf dem das "Erfurter Programm" beschlossen wird. Zu den 250 Delegierten zählen August Bebel, Wilhelm Liebknecht und Max Singer.

1893 (1. November) Der neue &nbspHauptbahnhof, nach Entwürfen von E. Keil und O. Erlausen errichtet, wird fertiggestellt und in Betrieb genommen. Die Gleisanlage wird auf den bisherigen Festungswall hochverlegt. Eine Unterführung durch die frühere Wallanlage stellt die Verbindung mit den neuen südlichen Außenbezirken her.


1894 (1. Juni) Die elektrische Straßenbahn nimmt anstelle der Pferdebahn ihren Betrieb auf. Das Bahnnetz umfaßt fünf Linien: Erfurt-Nord (Ilversgehofen) - Steigerstraße (Flora), Streckenlänge 5362 m; Brühlerwall - Leipziger Straße, Streckenlänge 4443 m; Gothaer Straße - Weimarische Straße, Streckenlänge 3666 m; Schützenhaus - Nordhäuser Straße, Streckenlänge 4126 m; Blücherstraße - Kavallerie-Kaserne, Streckenlänge 4650 m . der Betriebsstrom (Gleichstrom 500 Volt) wird im eigenen Kraftwerk erzeugt.

1895 Der "Sport-Club" Erfurt wird als erster thüringischer Fußballverein gegründet. Er zählt zu den Gründungsmitgliedern des am 28. Januar 1900 in Leipzig von 86 deutschen Fußballvereinen gegründeten Deutschen Fußballbundes (DFB).

1900 (26. April) Gründungsversammlung der Handwerkskammer; 33 Handwerksmeister nehmen an der Veranstaltung teil.

1902 Hugo John (1858-1911) gründet die Firma "I.A. John Aktien-Gesellschaft", Fabrik für Schornstein-Aufsatz und Blechwaren in Ilversgehofen, Schwerborner Straße.

1902 Henry Pels (1865-1931) gründet die "Berlin-Erfurter Maschinenfabrik" in Ilversgehofen, Schwerborner Straße.

1906 Mit 100.000 Einwohnern wird Erfurt Großstadt.

1911 Die Erfurter Bürger erleben auf dem Johannesplatz, ehemals Teil der Johannesflur, dem heutigen Gebiet zwischen Eislebener Straße und Ammertalweg, die erste Landung eines Flugzeuges und 1914 die des Zeppelin-Luftschiffs "Z II".

1925 (11. Mai) Erfurt erhält mit Eröffnung eines Zivilflughafens an der Stotternheimer Landstraße Anschluß an den deutschen und den außerdeutschen Luftverkehr.

1933 Erfurt hat 148.855 Einwohner.

1938 Während der gewaltsamen Ausschreitungen der sogenannten Kristallnacht vom 9. zum 10. November brennen Mitglieder der SA die Synagoge am Karthäuserring nieder, viele jüdische Männer werden verhaftet und mißhandelt. Die Verschleppung und Vernichtung der jüdischen Bürger setzt ein.

1945 (12. April) Die Stadt wird in den frühen Morgenstunden erneut beschossen. Zur gleichen Zeit flüchtet der Stadtkommandant Oberst Merkel, der seinen Befehlsstand auf dem Petersberg hat. In den Mittagsstunden erreichen US-Infanterieeinheiten das Zentrum. Vom Westen und vom Süden dringen Panzer ein. Am Abend ist die gesamte Stadt in den Händen amerikanischer Verbände. Der noch geringe Widerstand deutscher Verbände in Gispersleben, den Bunkern des Stadtparkes, am Bahnhof, am Güterbahnhof und am Steinplatz wird durch die vorrückenden amerikanischen Verbände schnell gebrochen.

1945 (12./13. April) Voller Ungewißheit über die Zukunft verlassen die Menschen Luftschutzkeller und Bunker. Die Stadt Erfurt bietet ein trostloses Bild. Die Arbeit in den Betrieben ist fast ganz zum Erliegen gekommen. 5.000 Erfurter Männer kehren nicht von den Schlachfeldern Europas zurück, viele andere nur als Krüppel. Dem Bomben- und Granatenhagel sind 1.392 Greise, Frauen und Kinder zum Opfer gefallen. Hunderte von Gegnern des NS-Regimes und jüdischen Bürgern der Stadt sind verschleppt, viele in den Konzentrationslagern ermordet. Die Gebäudeschäden in der Stadt betragen 85,5 Millionen Reichsmark. Dennoch sind die Bombenschäden im Vergleich mit anderen deutschen Städten gering.
1945 (3. Juli) Einheiten der sowjetischen Armee übernehmen auf Grund einer Vereinbarung der alliierten Militärkommandanten in Deutschland entsprechend dem 1. Londoner Zonenprotokoll von 1944 und den Beschlüssen der Konferenz von Jalta die Stadt. Erfurt wird Bestandteil der sowjetischen Besatzungszone.

1946 (29. Oktober) Die Einwohnerzahl der Stadt Erfurt beträgt laut durchgeführter Volks- und Berufszählung 174.633 Personen, davon 73.501 männliche und 101.132 weibliche.

1948 (7. Juli) Durch den Thüringer Landtag wird Erfurt zur Landeshauptstadt erklärt, wird es auch de facto, als der Ministerpräsident 1950 seinen Amtssitz nach Erfurt verlegt. Erfurt erhält damit die seiner Bedeutung entsprechende Stellung.

1949 (Oktober) Erfurt hat 179.807 Einwohner, davon 101.776 weibliche gegenüber 78.031 männlichen Bürgern.

1952 Mit der Verabschiedung des "Gesetzes über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe im Lande Thüringen" entstehen drei Bezirke. Erfurt verliert seine Stellung als Landeshauptstadt Thüringens, das nun für fast 40 Jahre als politische Einheit nicht mehr besteht und wird Bezirksstadt des Bezirkes Erfurt.

1953 (17. Juni) Streiks und Demonstrationen in Erfurt und anderen Städten sind Ausdruck für wachsenden Protest der Bevölkerung. Über die Stadt Erfurt verhängt der Chef der sowjetischen Garnison der Stadt, Oberstleutnant Paretschin, den Ausnahmezustand. Am Stadtrand gehen sowjetische Panzer vom Truppenübungsplatz Ohrdruf in Stellung.

1958 (7. Oktober) Eröffnung des Thüringer Zooparkes auf dem Roten Berg, der vor allem durch freiwillige Arbeitseinsätze vieler Bürger geschaffen worden ist.

1961 (28. August) Eröffnung der " I. Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) sozialistischer Länder" auf der Cyriaksburg. Seitdem im jährlichen Wechsel Gartenbauausstellungen der DDR mit internationalen Gartenbauausstellungen.

1965 Beginn des Wohnungsbaues am Johannesplatz auf innerstädtischer Freifläche in Erfurt-Nord (bis 1972).

1973 (Februar) Die Stadt erreicht eine Einwohnerzahl von 200.000.

1976 Beginn der komplexen Renovierung der Gebäude am Anger und Verwandlung dieser Hauptgeschäftsstraße in eine Fußgängerzone. Der historische Altstadtkern verfällt, besonders in den ehemaligen Handwerksvierteln. Zaghafter Beginn der Altstadtsanierung im Stadtviertel Große Arche-Marktstraße-Domplatz.

1984 Glocke "Gloriosa" der Erfurter Doms am 24. Dezember beim Läuten gerissen. Nach komplizierter Reparatur wird die Glocke am 8. Dezember 1985 wieder feierlich eingeläutet.

1988 (20. März) Festsitzung im Opernhaus anläßlich des Abschlusses der Städtepartnerschaft Erfurt-Mainz unter Anwesenheit des Oberbürgermeisters von Mainz Herman Hartmut Weyel. Weitere Partnerstädte von Erfurt: Lille(Frankreich), Vilnius(Litauen), Lowetsch(Bulgarien), Györ(Ungarn), Piacenza(Italien), Kalisz(Polen). Nach der Wende Kooperationsvereinbarungen mit Essen und Kassel. Als Partnerstädte kamen nach der Wende Tucuma´n(Argentinien) und Shawnee(USA) hinzu.
1989 (Oktober) Die Krisensituation auf allen Gebieten wird immer offensichtlicher. Möglichkeiten und dringende Erfordernisse einer grundlegenden politischen Reform in Richtung Demokratisierung und Freizügigkeit werden trotz immer drängender Forderungen der Bürger durch die Partei- und Staatsführung negiert. Starres Festhalten am Führungsanspruch, Kriminalisierung Andersdenkender, Verschleierung von Missständen, Missachtung der Mündigkeit der Staatsbürger und Machtmissbrauch führen auch in Erfurt zu einem immer größeren Schwund des Vertrauens zu den Partei- und Staatsorganen. Als Ungarn den "Eisernen Vorhang" an seiner Grenze zu Österreich beseitigt hat, beginnt eine Massenflucht auch von Erfurtern über Ungarn. Der Exodus setzt sich nach dem 9. November fort. Insgesamt verlassen 1989 4.000 Erfurter Bürger ihre Heimatstadt.

1990 (7. Februar) Auflösung der Stadtverordnetenversammlung und Bildung eines Interimsparlamants, dem je fünf Vertreter aller Parteien, Organisationen und Bürgerbewegungen des "Runden Tisches" angehören. Das Interimsparlament tritt erstmals am 21. Februar zusammen.

1991 (10. Januar) Erfurt wird Landeshauptstadt. Der Thüringer Landtag entscheidet sich mehrheitlich (49 von 88 Abgeordneten) für Erfurt als Landeshauptstadt Thüringens.

1992 Unter dem Leitgedanken "Aufbruch zum Selbstverständlichen- Erfurt 1250 Jahre in der Mitte Europas" begehen die Bürger und ihre Gäste die Wiederkehr der ersten urkundlichen Erwähnung Erfurts.
(1. Januar) Eröffnung des Erfurter Jubiläumsjahres mit einem Festkonzert in der Lutherkirche, Festansprache des Oberbürgermeisters Manfred O. Ruge.

1992 (4. Januar) Enthüllung einer Gedenktafel an der ehemaligen Universitätskirche, der Michaeliskirche, zum Beginn der Feierlichkeiten zum 600. Universitäts-Jubiläums. Gründung der "Universitätsgesellschaft e.V.- Gesellschaft zur Förderung der europäischen Universität Erfurt".

1993 (22. Dezember) Der Thüringer Landtag verabschiedet das Gesetz zur Wiedergründung der Erfurter Universität, die für 6000 Studenten ausgebaut werden soll und vornehmlich geisteswissenschaftliche Fächer anbieten wird.

1994 (13. April - 15. April) Nach 24 stündigen Regenfällen in Mitteldeutschland, vor allem in Thüringen und im Harz, bei denen bis zu 100 Liter/m² Niederschlag fielen, sind weite Teile Thüringens von einem Jahrhunderthochwasser betroffen. Mehrere Flüsse wie Saale, Ilm, Gera und Hörsel, aber auch kleinere Bäche sind weit über die Ufer getreten und setzen Straßen, Gleise und Ortschaften "Land unter". In manchen Orten müssen Menschen aus ihren Häusern evakuiert werden, einige Dörfer, auch die Erfurter Ortsteile und Vororte Bischleben, Möbisburg und Molsdorf sind vom Wasser eingeschlossen. Der Wasserstand der Gera liegt bei einem Pegel von 4 Metern über Normal; die Brücke an der Bahnhofsunterführung wird vom Wasser fast berührt. Der 1889 erbaute Erfurter Flutgraben hat sich unterdessen erneut bewährt, indem er die Stadt vor Hochwasser schützen konnte.

1994 (4. Juni) 100 Jahre elektrische Straßenbahn in Erfurt: 1894 rollte die erste elektrisch betriebene Straßenbahn auf der "roten Linie" von Ilversgehofen zur Flora. Aus diesem Anlass gibt es eine Fest auf dem Domplatz, bei dem alle in Erfurt fahrenden Straßenbahntypen einschließlich der alten Traditionsbahn und der in diesem Jahr neu eingesetzten Niederflurstraßenbahn die Erfurter zu Ehrenrunden einladen.

1995 (10. November) Auftakt zum Luther-Jahr 1996 in Deutschland auf dem Domplatz. Anlass ist der 450. Todestag des Reformators. Rund 60.000 Menschen nehmen am diesjährigen Martinsfest teil. Die Gedenkfeier zur Eröffnung wird vom Dresdner Kreuzchor in der Kaufmannskirche gestaltet. Für das Jahr 1996 sind Gottesdienste, Ausstellungen, Konzerte und Vorträge geplant.

1996 Beginn der Erschließungsarbeiten im Brühl auf dem ehemaligen Gelände der Optima. Grundsteinlegung zu dem neuen Gemeindehaus der Severigemeinde auf dem Domhügel. Offizielle Einweihung des neuen Terminals am Flughafen Erfurt. Das Gefahrenschutzzentrum in Marbach wird offiziell eingeweiht. Übergabe des sanierten Lutherdenkmals vor der Kaufmannskirche. Erster Spatenstich für den Neubau des Bundesarbeitsgerichtes auf dem Petersberg. Grundsteinlegung für das Regionalmessezentrum der Messe Erfurt AG.

1997 Das Güterverkehrszentrum (GVZ) wird an das Gleisnetz der Deutschen Bahn AG angeschlossen. Das ZDF eröffnet in der Markstraße im "Haus zum Güldenen Rad" sein Landesstudio Thüringen. Die Stadt Erfurt ist unter der Internetadresse www.erfurt.de Online gegangen. Eröffnung der neuen Messe Erfurt. Zum europäischen Glockentag aus Anlass des 500jährigen Jubiläums des Gusses der Gloriosa findet die multimediale Schau "ars via regia" statt. Eröffnung der Hauptstelle Erfurt der Deutschen Bundesbank. Das Arbeitsamt nimmt die Tätigkeit in seinem neuen Gebäude auf.

1998 Das Parkhaus „Domplatz", das erste eigene Haus der Stadtwerke Erfurt, Parken GmbH, wird eröffnet. Einweihung der Kliniken für Strahlentherapie und Radioonkologie sowie Nuklearmedizin auf dem Gelände des Klinikums Erfurt. Eröffnung des Max-Weber-Kollegs an der wieder gegründeten Erfurter Universität. Beginn des Wiederaufbaus des Collegium maius der Alten Universität Erfurt in der Michaelisstraße. Beginn der Abrissarbeiten im Brühl für den Theaterneubau.

1999 Inbetriebnahme der sanierten Start- und Landebahn des Flughafens Erfurt. Spatenstich für das neue Erfurter Theater im Brühl. Das Augusta-Viktoria-Stift am Hospitalplatz feiert sein 135jähriges Bestehen. Erste Sitzung des Bundesarbeitsgerichtes (BAG) in Erfurt.

2000 Einweihung des Gebäudes des Bundesarbeitsgerichtes. Am 6.2. erfolgt die Unterzeichnung eines in deutscher, englischer und in hebräischer Sprache ausgefertigten Freundschaftsvertrages zwischen den Städten Erfurt und Haifa. Die israelische Küstenstadt ist Erfurts 15. Partnerstadt. Eröffnung der 5,2 km langen neuen Stadtbahnstrecke zum Stadtteil Ringelberg. Nach neunmonatigen Restaurierungsarbeiten wird die 1902 erbaute Thomaskirche mit einem Festgottesdienst wieder eingeweiht. Auch der Flügelaltar wurde restauriert und kann wieder geöffnet werden. Eröffnung des neuen Einkaufzentrums Anger1. Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages mit der chinesischen Stadt Yan'an. Grundsteinlegung für den Neubau des Katholischen Krankenhauses St. Johannes Nepomuk. Einweihung der Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha.

2001 Übergabe des Straßennetzes im Brühl. Eröffnung des neuen Justizzentrums im Brühl. Inbetriebnahme der neuen 1,6 km langen Stadtbahnstrecke zur Messe Erfurt AG. Einweihung des neuen Gebäudekomplexes des Christophoruswerkes gGmbH am Ringelberg. Unterzeichnung des Vertrags, aufgrund dessen die Bibliotheca Amploniana und weitere historische Bibliotheksbestände als Dauerleihgabe der Stadt Erfurt an die Universität Erfurt übergehen. Eröffnung der neuen Eisschnelllaufhalle.

2002 Der schwärzeste Tag des Stadt Erfurt beginnt mit dem Massaker am Gutenberg Gymnasium in Erfurt.
  Quelle: Landeshauptstadt Erfurt, Aus der Stadtchronik

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