Aus der Chronik der Stadt ErfurtUnd Sie ist doch unsere Heimat .... |
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| 742 | (Frühjahr/Sommer) Erste schriftliche Erwähnung von
"Erphesfurt". Der Missionserzbischof Bonifatius bittet den Papst Zacharias in
einem Brief um die Bestätigung der von ihm gegründeten Bischofssitze und der von ihm
geweihten Bischöfe: " Und wir bitten und begehren, daß jene drei Orte(oppida sive
urbes), in denen wir sie eingesetzt haben, durch Urkunden kraft Eurer Autorität
bestätigt und gesichert werden. Einen dieser Bischofssitze haben wir errichtet in dem
Kastell (in castello), welches Würzburg heißt, den zweiten an dem Platz (in oppido),
welcher Büraburg genannt wird, den dritten in dem Ort, (in loco) welcher Erphesfurt
heißt, der schon vor Zeiten eine befestigte Siedlung (urbs) heidnischer Bauern gewesen
ist..." |
| um 755 | Das von Bonifatius 742 gegründete Bistum Erfurt wird aufgehoben
und geht im Erzbistum Mainz auf. Auch nach der
Vereinigung bleibt Erfurt der kirchliche Mittelpunkt Thüringens. Da die kirchliche
Oberhoheit des Erzbistums Mainz engere Beziehungen zu dem wirtschaftlich weiter
fortgeschrittenen Rhein-Main-Gebiet mit sich bringt, wirkt sich die Zusammenlegung
fördernd aus. |
| 768 | Erste schriftliche Erwähnung der im Mittelalter als Hohe- oder
Königstraße bzw. als Via Regia Lusatiae bekannten großen Ost-West-Straße, einer der am
meisten benutzten Heer- und Handelsstraßen. Sie trifft in Erfurt auf die alte
Völkerstraße vom Süden nach dem Norden, Rechte oder Kreuzstraße genannt.
Kreuzungspunkt dieser beiden wichtigsten Handels- und Verkehrswege sowie Stätte
frühmittelalterlichen Handelsaustausches ist der spätere Fischmarkt. |
| 936 | König Heinrich I. nimmt auf seinem letzten Hoftag kurz vor seinem Tod in Erfurt
eine so wichtige Handlung wie die Designation seines Sohnes Otto I. zum Nachfolger vor.
Ort des Reichstages war wahrscheinlich der Petersberg. |
| um 1000 | In Erfurt vollzieht sich die Entwicklung zur Stadt. Gegenüber den
alten Siedlungen zwischen Petersberg und Gera entsteht eine neue Niederlassung auf dem
östlichen Flußufer. Handwerker, vorwiegend aber Kaufleute lassen sich dort nieder.
Aufschwung der Kaufmannssiedlung zwischen Lehmannsbrücke, Kaufmannskirche
und Anger. Erfurt entwickelt sich in enger Wechselwirkung zum Umland
als Gewerbe- und Nahmarktort. |
| um1066 | Bau erster umfangreicher Befestigungsanlagen zum Schutz der Stadt. Nur
wenige Städte in den fortgeschrittenen westlichen und südlichen Reichsteilen erhalten im
11. Jahrhundert Stadtmauern. Die Erfurter Stadtumwallung von 1066 gehört zu den
früheren Befestigungen in Deutschland. |
| 11. und 12. Jahrhundert | Die Doppelstellung Erfurts im frühen Mittelalter als königliche
und erzbischöfliche mainzische Stadt wird durch die Erfurter Münzen bestätigt. Im 11.
und 12. Jh. werden nebeneinander königliche und mainzische Münzen geprägt. Die
Brakteaten zeigen König Konrad III.(1142), Kaiser Friedrich Barbarossa(1165), die
Erzbischöfe Heinrich I.(1142-1153) bzw. Siegfried II. von Eppstein(1201-1230) oder
Siegfried III. von Eppstein(1230-1249). |
| 1104 | Die Erfurter Vogtei haben die mächtigen Grafen von Tonna-Gleichen
als erzbischöfliche Lehen inne. Ihr Dienstlehen war der Gleichenhof an der Bartholomäuskirche,
deren Turm heute ein Glockenspiel trägt. |
| 1120 | Erfurt wird erstmals als "civitas" und damit als Stadt
ausgewiesen. |
| 1141-1255 | Herausbildung eines bürgerlich-patrizischen Rates und Kampf des Rates
und der Bürgerschaft um die Erringung der kommunalen Autonomie. Der Erzbischof bleibt
jedoch Grund- und Stadtherr. Beginn des Baues eines durchgängigen Mauerringes um die
Stadt, nachdem die Stadtumwallung von 1162 bereits wenige Jahre später durch Landgraf
Ludwig II. von Thüringen zerstört worden ist. Die mächtige Stadtmauer
von ca. 8 km Länge mit zahlreichen Wehr- und Wachtürmen sowie acht Haupttoren war in
ihrem Verlauf identisch mit dem heutigen Juri-Gagarin-Ring. Die eingeschlossene dicht
bebaute Stadtfläche beträgt 133 ha. |
| 1200-1204 | Der staufisch-welfische Thronstreit beeinträchtigt die Entwicklung der
Stadt. Die Stadt wird 1203 einen Monat lang belagert, ohne daß sie eingenommen werden
kann. 1204 beugt sich der welfisch gesinnte Landgraf Hermann von Thüringen dem deutschen
König Philipp von Schwaben in Ichtershausen nahe Erfurt. |
| Seit dem 13. Jahrhundert | Erfurt entwickelt sich zu einem der größten Waidmärkte des
Reiches. In etwa 300 Dörfern Thüringens wird die Waidpflanze(Isatis tinctoria) angebaut,
aus deren Blättern man ein begehrtes und gewinnbringendes Blaufärbemittel gewinnt und
welches mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt eng verbunden ist. Ein Waidregister
von 1579 weist Waidanbau in 49 Erfurter Dörfern nach. |
| um 1285 | Erster Nachweis des Erfurter StadtwappensStadtwappens. Das noch
heute gebräuchliche Stadtwappen, das sechsspeichige silberne Rad auf rotem Grund,
kennzeichnet die Schutzschilde städtischer Bürgertruppen. |
| 1350/51 | "Der schwarze Tod", die Pest, wütet in der Stadt. Über 12.000
Bürger sterben an dieser Seuche. |
| 1392 | (1. Mai) Eröffnung der Erfurter Universität als fünfälteste
Hochschule des Reiches. Von Anbeginn bestehen alle vier erlaubten Fakultäten:
theologische, juristische, medizinische und Artistenfakultät. Bereits im 13. und im 14.
Jh. entsteht ein hochentwickeltes, an kirchliche Institutionen gebundenes Schulwesen mit
überregionaler Bedeutung. Schulen an den Stiftern S. Mariae und S. Severi, bei den
Augustinerchorherren, dem Kloster S. Peter, bei den Klöstern der Schotten, der
Dominikaner, der Franziskaner, der Augustinereremiten. |
| 1472 | Von den zahlreichen Stadtbränden wirkt der von 1472 am verheerendsten.
Fast die Hälfte der Stadt wird in Asche gelegt. Als Hilfsmaßnahme bewilligt Kaiser
Friedrich III. 1473 den Trinitatismarkt. |
| 14. und 15. Jahrhundert | Mit ca. 18.000 bis 20.000 Einwohnern entwickelt sich die Stadt in diesen
Jahrhunderten zu einer Stadt im Range einer mittelalterlichen Großstadt. Sie erreicht
damit den Gipfel ihrer wirtschaftlichen, politischen und geistig-kulturellen Entwicklung
im Mittelalter. |
| 1488 | (21. April) Ulrich von Hutten, konsequenter Vertreter des Humanismus und
engagierter Kämpfer für die nationale Einheit, geboren. Seit 1499 im Kloster Fulda, wird
er von den Fuldaern Benediktinern wahrscheinlich schon 1502 zum Studium nach Erfurt
geschickt. Hier ist Crotus Rubianus sein Lehrer, und hier freundet er sich mit Eobanus
Hessus an. Auf Anregung von Crotus Rubianus verfaßt Hutten 1515 den zweiten Teil der
"Dunkelmännerbriefe"("Epistolae obscurorum virorum). |
| 1497 | Guß der "Großen Glocke", der "Gloriosa", jenes
weltbekannten Schatzes des Erfurter Doms, durch den berühmten
Glockengießermeister Gerhard van Wou aus Kampen. Der Durchmesser beträgt 2,57 Meter, die
Höhe 2,50 Meter mit Krone, das Gewicht rund 228 Zentner. |
| 1499/1501 | Der Buchdruck gelangt mit dem Vordringen des Humanismus zu größerer
Verbreitung. Wolfgang Schenk druckt 1499 im Haus " Zum Schwarzen Horn",
Michaelisstraße 47, ein Buch von Nikolaus Marschalk, das erstmals in größerem Umfang
griechische Texte enthält. Zwei Jahre später gibt er das erste griechische Lehrbuch in
Deutschland heraus. |
| 1501-1511 | Martin Luther verbringt entscheidende Jahre seines Lebens in Erfurt.
Immatrikulation 1501 an der Erfurter Universität. 1502 Baccalaureat. 1505 Magister
artium. 1505 Eintritt in das Augustinerkloster. 1507 zum Priester geweiht(wahrscheilnlich
in der Kilianskapelle am Dom). Er bleibt -mit Unterbrechungen- bis 1511 in Erfurt. In
späteren Jahren hält er sich mehrmals in Erfurt auf. |
| 1509/10 | "Tolles Jahr" von Erfurt. Kämpfe der Bürgeropposition
gegen die patrizische Ratsherrschaft. Die Gefrunden werden zeitweilig aus dem Rat
vetrieben. Der Obervierherr Heinrich Kellner, mehrmals persönlich verhört, wird nach
Gefängnishaft am 28. Juni 1510 hingerichtet. Die Veränderung der Ratsverfassung, die
sogenannte "Regimentsverbesserung", wird in einer umfangreichen Urkunde
niedergelegt. |
| 1521 | (6.-8. April) Auf dem Weg zum Reichstag in Worms kommt Martin Luther nach Erfurt.
Er wird begeistert von Universität und Bevölkerung begrüßt. Unter großem Zulauf
predigt er in der Kirche des Augustinerklosters(7.April); der Rektor der Universität,
Crotus Rubianus, gibt ihm zu Ehren einen Empfang. |
| 1525 | Drucklegung des ersten vom Rechenmeister Adam Ries verfaßten Rechenbuches
in der Werkstatt von Mathes Maler im Haus "Zum Schwarzen Horn", Michaelisstraße
47. |
| zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts | Ökonomischer Aufschwung der städtischen Wirtschaft. Die Waidgeschäfte
nehmen einen vorderen Platz ein. Der wirtschaftliche Aufschwung geht mit einer regen
Bautätigkeit einher. Zahlreiche Bürgerhäuser entstehen im Renaissancestil, so das Haus
"Zum Roten Ochesen"(1562) und das Haus "Zum Breiten Herd"(1584) am
Fischmarkt, das Haus "Zum Stockfisch"(1607) in der Johannesstraße und das
Stotternheimsche Palais(1612) am Anger. |
| 1591 | Das Aufblühen der Wirtschaft läßt die städtischen Finanzen endgültig
gesunden und Erfurt wieder zu einem gesuchten Gäubiger werden. Nachdrücklich
unterstützt dies das selbstbewußte Auftreten der Stadt gegenüber dem Erzbischof. Der
Rat läßt auf dem Fischmarkt ein Renaissance-Standbild auf hoher Säule, den sogenannten
"Roland", ursprünglich "Römer", errichten "... zum Beweißtum
ihrer Freiheit, so die Stadt von alten Zeiten her gehabt". |
| 1631-1635 | Die Schweden halten die Stadt Erfurt besetzt. Nach der Niederlage
der kaiserlichen Truppen am 17. September 1631 bei Breitenfeld hält König Gustav II.
Adolf von Schweden Einzug in die Stadt(2. Oktober). Der Rat empfängt den König
ehrerbietig vor dem Gasthof "Hohe Lilie", wo er Quartier nimmt. Die Stadt wird
zu einer starken schwedischen Festung ausgebaut. |
| 1644 | (12. Oktober) Kurfürst Johann Philipp von Schönborn hält feierlichen
Einzug in "seiner" Stadt Erfurt. Er nimmt wie seine mittelalterlichen
Vorgänger auf dem Petersberg Quartier und bleibt bis zum 18. Dezember. In dieser Zeit
schafft er die Grundlagen zur neuen Verwaltung des kurmainzischen Erfurter Staates. Johann
Philipp von Schönborn weilt noch zweimal in Erfurt, vom 6. bis zum 20. März und vom 25.
März bis zum 28. April 1667. |
| 1665-1726 | Bau der Befestigungsanlage des Petersberges als kurmainzische Zwingburg
im Zuge der stärkeren Wiedereingliederung Erfurts in Kurmainz nach Plänen von A.
Petrini. Erste Anlage mit 8 Bastionen im neuitalienischen System; Kommandantenhaus,
Kasernen und Außenwerk um 1707/26 im Zuge weiteren Anbaus nach Entwürfen von Maximilian
von Welsch im Vaubanschen System mit Grabenscheren, Kasematten, Kaponnieren, Minen und
Glacis, Ravelins, Lünetten und Hornwerk. 1814/73 Umbau nach preußischem
Befestigungssystem. |
| 1682/83 | In den furchtbaren Pestjahren sterben über 9.400 Menschen in der Stadt.
1683 zählt die Stadt nur noch 7.000 Einwohner. |
| 1702-1717 | Kurmainzischer Statthalter: Philipp Wilhelm Reichsgraf von Boineburg
(beigesetzt in Erfurt, St. Wigbert). Er bemüht sich, Mißstände in der Verwaltung
zu beseitigen und das Wirtschaftsleben in der Stadt neu zu beleben. Größere Erfolge
zeigen sich jedoch erst nach Jahrzehnten. |
| 1735 | Eröffnung des katholischen Krankenhauses im Brühl (heute Ecke
Gorkistraße/Brühler Straße) zunächst mit 10 Betten. |
| 1736 | (21. Oktober) Eine große Feuerbrunst zerstört zwischen dem heutigen
Domplatz, dem Rathaus und der Predigerkirche über 188 Wohnhäuser
sowie die Pfarrkirche Martini intra an den "Langen Stegen". Der Schaden beläuft
sich auf über 147.150 Taler. |
| 1749 | Nur in drei Erfurter Dörfern wird noch Waid angebaut. Mit dem
weiteren Rückgang des Waidanbaus ist ein verstärkter Anbau von Getreide verbunden.
Umfangreich ist der Handel mit agrarischen Produkten wie Anis, Mohn, Getreide sowie
Gemüse. |
| 1756 | Jakob Platz, Gründer der ersten großen Erfurter
Samen-Exportfirma, eröffnet ein Geschäft in der Johannesstraße 93. Die
Handelsgärtnerei beschäftigt sich mit der Anzucht von Levkojen, Lack, Astern,
Sommergewächsen, Stauden, Rosen, Obst- und Zierbäumen, Sträuchern und der Anzucht von
Gemüsesamen. Für ihre Verdienste um den Gartenbau erhält die Firma 1779 das
kurmainzische Privileg. Die Gärtnerei Platz versendet bereits im Jahr 1788 den ersten von
Erfurt ausgehenden Samenkatalog. |
| 1770 | (8. Mai) Dr. Johann Bartholomäus Trommsdorff, bedeutender Professor der Erfurter
Universität und einer der größten Chemiker und Pharmazeuten seiner Zeit, wird geboren.
Nach seiner Lehre als Apotheker übernimmt er 1790 die väterliche Schwanringapotheke auf
dem Anger neben der Lorenzkirche. 1795 Herausgeber der ersten pharmazeutischen
Lehranstalten. Von 1793 bis 1834 gibt er 53 Bände des "Journals der Pharmacie"
heraus. Gründer einer der ersten Fabriken für pharmazeutische Artikel. Verstorben am 3.
Juli 1884 in Erfurt. |
| 1771-1802 | Kurmainzischer Statthalter: Karl Theodor Anton Maria Kämmerer von Worms,
genannt von Dalberg, 1802 Kurfürst und Erzbischof von Mainz,
1806 Fürstprimas, später Großherzog von Frankfurt, gestorben 1871 als Bischof von
Regensburg. Förderer der kulturellen Bestrebungen in Erfurt, besonders der
Akademie gemeinnütziger Wissenschaften. Dalberg zieht u.a. Goethe, Schiller, Wieland,
Herder und Wilhelm von Humboldt in seinen Kreis. Mit Dalberg erlischt 1802 die Reihe der
kurmainzischen Statthalter in Erfurt. |
| 1791 | Wilhelm von Humboldt vermählt sich mit Caroline von Dacheröden im Haus
ihres Vaters, des ehemaligen preußischen Kammerpräsidenten von Dacheröden(Anger 37/38),
einem Doppelhaus aus den Gebäuden "Zum Goldenen Hecht" und "Zum Großen
und Neuen Schiff". |
| 1802 | Mit dem Frieden von Luneville von 1801 erkennt das Reich die Annexion des
linken Rheinufers durch Frankreich an. Der preußisch-französische Vertrag vom 23. Mai
1802 sichert Preußen Entschädigung zu. Das Stadt- und Landgebiet Erfurt,
Untergleichen und das Eichsfeld sowie die vormals freien Reichsstädte Mühlhausen und
Nordhausen gehen in den preußischen Staatsverband über. Erfurt und das dazugehörige
Landgebiet mit der Stadt Sömmerda und 72 Dörfer umfassen zu dieser Zeit 595 km², haben
42.208 Einwohner, wovon 16.580 auf Erfurt entfallen. |
| 1806 | (17. Oktober) Nach der Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und
Auerstedt wird die Festung Erfurt kampflos an die französischen Truppen
übergeben. In dichten Kolonnen ziehen die militärischen Einheiten durch das Johannestor
in die Stadt ein. |
| 1808 | Vom 27. September bis zum 14. Oktober findet in Erfurt der
Fürstenkongreß statt. Kaiser Alexander I. von Rußland und die meisten der deutschen
Rheinbundfürsten kommen nach Erfurt, das so für zwei Wochen zu einem Zentrum
europäischer Politik wird. |
| 1813 | (25. Oktober) Nach der Völkerschlacht bei Leipzig (16.-19.Okt.) ist die
Stadt durch ein starkes Belagerungskorps, aus preußischen, österreichischen und
russischen Truppenteilen unter dem Kommando von Generalleutnant Friedrich von Kleist
bestehend, eingeschlossen. |
| 1815 | Auf dem Wiener Kongreß werden Stadt und Festung Erfurt erneut
Preußen zugesprochen. Preußen ergreift am 21. Juni vom ganzen Fürstentum Erfurt mit
Blankenhain Besitz und tritt am 28. September den größten Teil des Erfurter Landgebietes
und das Blankenhainer Gebiet an Sachsen-Weimar-Eisenach ab. |
| 1816 | (1. April) Erfurt wird Stadtkreis mit eingeschränkten Rechten und
Hauptstadt des im selben Jahr gebildeten preußischen Regierungsbezirkes Erfurt; dieser
untersteht dem Oberpräsidenten der preußischen Provinz Sachsen mit Sitz in Magdeburg. |
| 1819 | Die Einwohnerzahl der Stadt Erfurt einschließlich der Garnison
beträgt 20.772. Davon sind 12.430 evangelisch, 4.476 katholisch und 86 Juden. |
| 1822 | Friedrich Adolf Haage(jun.)(1796-1866) begründet seine Gärtnerei. Die
Hauptkulturen des Geschäftes im Warenhaus sind gegen Ende des Jahrhunderts: Dracänen,
Gesneriaceen, Orchideen und Blattpflanzen. Im Kalthaus sind es: Kakteen, Agaven, Yucca,
Rhododendron, Azaleen, Camelien. Ein weiterer Hauptzweig in Feldkulturen sind
Freilandpflanzen, Balsaminen, Rittersporn, Nelken, Stauden sowie Gemüse- und
landwirtschaftliche Sämereien. Zu einem Hauptgebiet des Betriebes wird später die
Kakteenzucht. Ihr Sortiment zählt zu den besten in Deutschland. |
| 1828 | Johann Christoph Schmidt(1803-1868) gründet die Firma
J.C.Schmidt(Blumenschmidt), anfänglich als Nebenbetrieb einer Wachsfabrik. Dann betreibt
er den Handel mit Pflanzen und Knollen. Bald fügt er eine Bukettbinderei hinzu, welche
die Firma in weitesten Kreisen bekannt macht. Die Binderei wird zu hoher Blüte gebracht,
ebenso die Verwendung immortellenartiger Blumen und Gräser, ein Betriebszweig, der
später einen ganz besonderen Aufschwung nimmt. |
| 1838 | Im "Vogelsgarten" (heute Stadtgarten) findet die erste
Gartenbauausstellung statt. |
| 1843 | Ernst Benary(1819-1893) gründet vor dem Brühler Tor eine kleine
Gärtnerei. Den Schwerpunkt seiner gärtnerischen Tätigkeit legt er auf das Bestreben,
neue, vervollkommnende Formen zu erzielen und diese aus Samen beständig zu machen. Das
Geschäft entwickelt sich rasch zu großer Blüte und verbreitet den Erfurter
Kultur- und Handelsbetrieb in bezug auf Sämereien planmäßig über die ganze Erde. |
| 1847 | Die Brüder Wilhelm und Louis Born gründen in Ilversgehofen eine
Samenhandlung und betreiben die Produktion von Senf, Essig und Sprit. |
| 1848 | Carl Franz Heinemann(1819-1875) gründet seine Gärtnerfirma in Erfurt.
Spezialitäten sind Begonien und Gloxinien neben dem in der Stadt üblichen Samenbau.
Weiterhin werden Blattpflanzen für das freie Land gezüchtet, ferner Stauden, Rosen,
Beeren, Schlingsträucher und neue Gehölze. Der Betrieb entwickelt sich sehr bald zu
einer in Samenzucht und Samenhandel führenden Erfurter Großgärtnerei. Erstmals in
Deutschland werden durch die Gärtnerei illustrierte Handelsverzeichnisse versandt. |
| 1857 | Christian Hagans(1829-1908), Begründer der Erfurter
Lokomotivenfabrik, errichtet eine Eisengießerei und Maschinenfabrik auf dem Gelände
Dalbergsweg 15 und Karthäuserstraße 35/36. Nach der Produktion von landwirtschaftlichen
Maschinen, Gußartikeln, Mühlen und Salinenbedarf wird 1872 die erste Lokomotive
fertiggestellt. |
| 1857 | Die erste Erfurter Gasanstalt, Kohlemarkt 45-50, später
Herrenbreitengasse, wird in Betrieb genommen. Am 21. Oktober erstrahlen in der Stadt zum
ersten Mal die neuen Gasleuchten in den Straßen. Die alten Öllaternen werden
schrittweise durch moderne Gasleuchten ersetzt. |
| 1861 | Die Stadt Erfurt hat 37.012 Einwohner. |
| 1865 | (9.-17. September) Erste Internationale Land- und Gartenbauausstellung in Erfurt.
Ausstellungsort: "Vogels- und Hellings Garten", das Gelände zwischen der
heutigen Theater- und der heutigen Lutherstraße. |
| 1867 | Niels Lund Chrestensen(1840-1914) gründet seine Kunst- und
Handelsgärtnerei, welche sich zuerst ausschließlich mit der Binderei von Kränzen und
Buketts beschäftigt. Durch ein von ihm erfundenes Trockenverfahren ist es möglich, neben
Dauerblumen(Immortellen) auch andere Blumen zu konservieren und so die damals in Mode
kommenden Makart-Buketts künstlerisch zu behandeln.Seine Prunkstücke werden in der
ganzen Fachwelt geschätzt und nachgeahmt. In Erweiterung erfolgt die Anzucht
landwirtschaftlicher Sämereien und von Mustergetreide, was die Firma namentlich bei den
Gärtnern und den Landwirten in ganz Deutschland und im Ausland einführt. |
| 1871 | Die Stadt Erfurt hat einschließlich der Militärpersonen 43.755
Einwohner. |
| 1872 | (1. Januar) Erfurt scheidet aus dem Landkreis aus und bildet mit
seiner Feldmark einen eigenen Stadtkreis. |
| 1872 | Eduard Lingel (1848-1922), bedeutendster Schuhfabrikant der Stadt,
gründet sein erstes Unternehmen im Haus "Zum Krummen Hecht", Fischersand 9. Zur
Erweiterung des Werkstattbetriebes wird 1874 das Haus Hermannsplatz 5 und 6 erworben. 1887
Einrichtung der Schuhfabrik an der Landgrafenstraße(Martin-Andersen-Nexö-Straße). |
| 1880 | Die Stadt Erfurt hat 72.360 Einwohner. |
| 1882 | (2. Juni) Festliche Einweihung des neuen es mit Festsaal. Die Gemälde des
Festsaales hat der Düsseldorfer Historienmaler Professor Peter Janssen in den Jahren 1878
bis 1882 gefertigt. Anläßlich dieses Ereignisses finden zahlreiche Veranstaltungen
statt, wie eine Stadtrundfahrt mit dem Oberbürgermeister Richard Breslau und ein
Fackelzug aller Erfurter Schulen und Vereine. |
| 1891 | (14.-21. Oktober) Im "Kaisersaal" in der Futterstraße findet
der Erfurter Parteitag der Sozialdemokratischen Partei statt, auf dem das
"Erfurter Programm" beschlossen wird. Zu den 250 Delegierten zählen August
Bebel, Wilhelm Liebknecht und Max Singer. |
| 1893 | (1. November) Der neue  Hauptbahnhof, nach Entwürfen von E. Keil
und O. Erlausen errichtet, wird fertiggestellt und in Betrieb genommen. Die Gleisanlage
wird auf den bisherigen Festungswall hochverlegt. Eine Unterführung durch die frühere
Wallanlage stellt die Verbindung mit den neuen südlichen Außenbezirken her. |
| 1894 | (1. Juni) Die elektrische Straßenbahn nimmt anstelle der Pferdebahn
ihren Betrieb auf. Das Bahnnetz umfaßt fünf Linien: Erfurt-Nord (Ilversgehofen) -
Steigerstraße (Flora), Streckenlänge 5362 m; Brühlerwall - Leipziger Straße,
Streckenlänge 4443 m; Gothaer Straße - Weimarische Straße, Streckenlänge 3666 m;
Schützenhaus - Nordhäuser Straße, Streckenlänge 4126 m; Blücherstraße -
Kavallerie-Kaserne, Streckenlänge 4650 m . der Betriebsstrom (Gleichstrom 500 Volt) wird
im eigenen Kraftwerk erzeugt. |
| 1895 | Der "Sport-Club" Erfurt wird als erster thüringischer
Fußballverein gegründet. Er zählt zu den Gründungsmitgliedern des am 28. Januar 1900
in Leipzig von 86 deutschen Fußballvereinen gegründeten Deutschen Fußballbundes (DFB). |
| 1900 | (26. April) Gründungsversammlung der Handwerkskammer; 33 Handwerksmeister
nehmen an der Veranstaltung teil. |
| 1902 | Hugo John (1858-1911) gründet die Firma "I.A. John
Aktien-Gesellschaft", Fabrik für Schornstein-Aufsatz und Blechwaren in
Ilversgehofen, Schwerborner Straße. |
| 1902 | Henry Pels (1865-1931) gründet die "Berlin-Erfurter
Maschinenfabrik" in Ilversgehofen, Schwerborner Straße. |
| 1906 | Mit 100.000 Einwohnern wird Erfurt Großstadt. |
| 1911 | Die Erfurter Bürger erleben auf dem Johannesplatz, ehemals Teil
der Johannesflur, dem heutigen Gebiet zwischen Eislebener Straße und Ammertalweg, die
erste Landung eines Flugzeuges und 1914 die des Zeppelin-Luftschiffs "Z II". |
| 1925 | (11. Mai) Erfurt erhält mit Eröffnung eines Zivilflughafens an
der Stotternheimer Landstraße Anschluß an den deutschen und den außerdeutschen
Luftverkehr. |
| 1933 | Erfurt hat 148.855 Einwohner. |
| 1938 | Während der gewaltsamen Ausschreitungen der sogenannten Kristallnacht vom
9. zum 10. November brennen Mitglieder der SA die Synagoge am Karthäuserring nieder,
viele jüdische Männer werden verhaftet und mißhandelt. Die Verschleppung und
Vernichtung der jüdischen Bürger setzt ein. |
| 1945 | (12. April) Die Stadt wird in den frühen Morgenstunden erneut
beschossen. Zur gleichen Zeit flüchtet der Stadtkommandant Oberst Merkel, der seinen
Befehlsstand auf dem Petersberg hat. In den Mittagsstunden erreichen
US-Infanterieeinheiten das Zentrum. Vom Westen und vom Süden dringen Panzer ein. Am Abend
ist die gesamte Stadt in den Händen amerikanischer Verbände. Der noch geringe Widerstand
deutscher Verbände in Gispersleben, den Bunkern des Stadtparkes, am Bahnhof, am
Güterbahnhof und am Steinplatz wird durch die vorrückenden amerikanischen Verbände
schnell gebrochen. |
| 1945 | (12./13. April) Voller Ungewißheit über die Zukunft verlassen die
Menschen Luftschutzkeller und Bunker. Die Stadt Erfurt bietet ein trostloses Bild.
Die Arbeit in den Betrieben ist fast ganz zum Erliegen gekommen. 5.000 Erfurter Männer
kehren nicht von den Schlachfeldern Europas zurück, viele andere nur als Krüppel. Dem
Bomben- und Granatenhagel sind 1.392 Greise, Frauen und Kinder zum Opfer gefallen.
Hunderte von Gegnern des NS-Regimes und jüdischen Bürgern der Stadt sind verschleppt,
viele in den Konzentrationslagern ermordet. Die Gebäudeschäden in der Stadt betragen
85,5 Millionen Reichsmark. Dennoch sind die Bombenschäden im Vergleich mit anderen
deutschen Städten gering. |
| 1945 | (3. Juli) Einheiten der sowjetischen Armee übernehmen auf Grund einer
Vereinbarung der alliierten Militärkommandanten in Deutschland entsprechend dem 1.
Londoner Zonenprotokoll von 1944 und den Beschlüssen der Konferenz von Jalta die Stadt. Erfurt
wird Bestandteil der sowjetischen Besatzungszone. |
| 1946 | (29. Oktober) Die Einwohnerzahl der Stadt Erfurt beträgt laut
durchgeführter Volks- und Berufszählung 174.633 Personen, davon 73.501 männliche und
101.132 weibliche. |
| 1948 | (7. Juli) Durch den Thüringer Landtag wird Erfurt zur
Landeshauptstadt erklärt, wird es auch de facto, als der Ministerpräsident 1950 seinen
Amtssitz nach Erfurt verlegt. Erfurt erhält damit die seiner Bedeutung entsprechende
Stellung. |
| 1949 | (Oktober) Erfurt hat 179.807 Einwohner, davon 101.776 weibliche
gegenüber 78.031 männlichen Bürgern. |
| 1952 | Mit der Verabschiedung des "Gesetzes über die weitere
Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe im Lande
Thüringen" entstehen drei Bezirke. Erfurt verliert seine Stellung als
Landeshauptstadt Thüringens, das nun für fast 40 Jahre als politische Einheit nicht mehr
besteht und wird Bezirksstadt des Bezirkes Erfurt. |
| 1953 | (17. Juni) Streiks und Demonstrationen in Erfurt und anderen
Städten sind Ausdruck für wachsenden Protest der Bevölkerung. Über die Stadt Erfurt
verhängt der Chef der sowjetischen Garnison der Stadt, Oberstleutnant Paretschin, den
Ausnahmezustand. Am Stadtrand gehen sowjetische Panzer vom Truppenübungsplatz Ohrdruf in
Stellung. |
| 1958 | (7. Oktober) Eröffnung des Thüringer Zooparkes auf dem Roten Berg, der
vor allem durch freiwillige Arbeitseinsätze vieler Bürger geschaffen worden ist. |
| 1961 | (28. August) Eröffnung der " I. Internationalen Gartenbauausstellung
(IGA) sozialistischer Länder" auf der Cyriaksburg. Seitdem im jährlichen Wechsel
Gartenbauausstellungen der DDR mit internationalen Gartenbauausstellungen. |
| 1965 | Beginn des Wohnungsbaues am Johannesplatz auf innerstädtischer
Freifläche in Erfurt-Nord (bis 1972). |
| 1973 | (Februar) Die Stadt erreicht eine Einwohnerzahl von 200.000. |
| 1976 | Beginn der komplexen Renovierung der Gebäude am Anger und Verwandlung
dieser Hauptgeschäftsstraße in eine Fußgängerzone. Der historische Altstadtkern
verfällt, besonders in den ehemaligen Handwerksvierteln. Zaghafter Beginn der
Altstadtsanierung im Stadtviertel Große Arche-Marktstraße-Domplatz. |
| 1984 | Glocke "Gloriosa" der Erfurter Doms am 24. Dezember beim
Läuten gerissen. Nach komplizierter Reparatur wird die Glocke am 8. Dezember 1985 wieder
feierlich eingeläutet. |
| 1988 | (20. März) Festsitzung im Opernhaus anläßlich des Abschlusses der
Städtepartnerschaft Erfurt-Mainz unter Anwesenheit des Oberbürgermeisters von
Mainz Herman Hartmut Weyel. Weitere Partnerstädte von Erfurt: Lille(Frankreich),
Vilnius(Litauen), Lowetsch(Bulgarien), Györ(Ungarn), Piacenza(Italien), Kalisz(Polen).
Nach der Wende Kooperationsvereinbarungen mit Essen und Kassel. Als Partnerstädte kamen
nach der Wende Tucuma´n(Argentinien) und Shawnee(USA) hinzu. |
| 1989 | (Oktober) Die Krisensituation auf allen Gebieten wird immer
offensichtlicher. Möglichkeiten und dringende Erfordernisse einer grundlegenden
politischen Reform in Richtung Demokratisierung und Freizügigkeit werden trotz immer
drängender Forderungen der Bürger durch die Partei- und Staatsführung negiert. Starres
Festhalten am Führungsanspruch, Kriminalisierung Andersdenkender, Verschleierung von
Missständen, Missachtung der Mündigkeit der Staatsbürger und
Machtmissbrauch führen
auch in Erfurt zu einem immer größeren Schwund des Vertrauens zu den Partei- und
Staatsorganen. Als Ungarn den "Eisernen Vorhang" an seiner Grenze zu Österreich
beseitigt hat, beginnt eine Massenflucht auch von Erfurtern über Ungarn. Der Exodus setzt
sich nach dem 9. November fort. Insgesamt verlassen 1989 4.000 Erfurter Bürger ihre
Heimatstadt. |
| 1990 | (7. Februar) Auflösung der Stadtverordnetenversammlung und Bildung eines
Interimsparlamants, dem je fünf Vertreter aller Parteien, Organisationen und
Bürgerbewegungen des "Runden Tisches" angehören. Das Interimsparlament tritt
erstmals am 21. Februar zusammen. |
| 1991 | (10. Januar) Erfurt wird Landeshauptstadt. Der Thüringer Landtag
entscheidet sich mehrheitlich (49 von 88 Abgeordneten) für Erfurt als Landeshauptstadt
Thüringens. |
| 1992 | Unter dem Leitgedanken "Aufbruch zum Selbstverständlichen- Erfurt
1250 Jahre in der Mitte Europas" begehen die Bürger und ihre Gäste die Wiederkehr
der ersten urkundlichen Erwähnung Erfurts. (1. Januar) Eröffnung des Erfurter Jubiläumsjahres mit einem Festkonzert in der Lutherkirche, Festansprache des Oberbürgermeisters Manfred O. Ruge. |
| 1992 | (4. Januar) Enthüllung einer Gedenktafel an der ehemaligen
Universitätskirche, der Michaeliskirche, zum Beginn der Feierlichkeiten zum 600.
Universitäts-Jubiläums. Gründung der "Universitätsgesellschaft e.V.- Gesellschaft
zur Förderung der europäischen Universität Erfurt". |
| 1993 | (22. Dezember) Der Thüringer Landtag verabschiedet das Gesetz zur
Wiedergründung der Erfurter Universität, die für 6000 Studenten ausgebaut werden
soll und vornehmlich geisteswissenschaftliche Fächer anbieten wird. |
| 1994 | (13. April - 15. April) Nach 24 stündigen Regenfällen in
Mitteldeutschland, vor allem in Thüringen und im Harz, bei denen bis zu 100 Liter/m²
Niederschlag fielen, sind weite Teile Thüringens von einem Jahrhunderthochwasser
betroffen. Mehrere Flüsse wie Saale, Ilm, Gera und Hörsel, aber auch kleinere Bäche
sind weit über die Ufer getreten und setzen Straßen, Gleise und Ortschaften "Land
unter". In manchen Orten müssen Menschen aus ihren Häusern evakuiert werden, einige
Dörfer, auch die Erfurter Ortsteile und Vororte Bischleben, Möbisburg und
Molsdorf sind vom Wasser eingeschlossen. Der Wasserstand der Gera liegt bei einem Pegel
von 4 Metern über Normal; die Brücke an der Bahnhofsunterführung wird vom Wasser fast
berührt. Der 1889 erbaute Erfurter Flutgraben hat sich unterdessen erneut bewährt, indem
er die Stadt vor Hochwasser schützen konnte. |
| 1994 | (4. Juni) 100 Jahre elektrische Straßenbahn in Erfurt: 1894 rollte
die erste elektrisch betriebene Straßenbahn auf der "roten Linie" von
Ilversgehofen zur Flora. Aus diesem Anlass gibt es eine Fest auf dem Domplatz, bei dem
alle in Erfurt fahrenden Straßenbahntypen einschließlich der alten Traditionsbahn und
der in diesem Jahr neu eingesetzten Niederflurstraßenbahn die Erfurter zu Ehrenrunden
einladen. |
| 1995 | (10. November) Auftakt zum Luther-Jahr 1996 in Deutschland auf dem
Domplatz. Anlass ist der 450. Todestag des Reformators. Rund 60.000 Menschen nehmen am
diesjährigen Martinsfest teil. Die Gedenkfeier zur Eröffnung wird vom Dresdner Kreuzchor
in der Kaufmannskirche gestaltet. Für das Jahr 1996 sind Gottesdienste, Ausstellungen,
Konzerte und Vorträge geplant. |
| 1996 | Beginn der
Erschließungsarbeiten im Brühl auf dem ehemaligen Gelände der Optima.
Grundsteinlegung zu dem neuen Gemeindehaus der Severigemeinde auf dem
Domhügel. Offizielle Einweihung des neuen Terminals am Flughafen Erfurt. Das
Gefahrenschutzzentrum in Marbach wird offiziell eingeweiht. Übergabe des
sanierten Lutherdenkmals vor der Kaufmannskirche. Erster Spatenstich für den
Neubau des Bundesarbeitsgerichtes auf dem Petersberg. Grundsteinlegung für
das Regionalmessezentrum der Messe Erfurt AG. |
| 1997 | Das Güterverkehrszentrum (GVZ)
wird an das Gleisnetz der Deutschen Bahn AG angeschlossen. Das ZDF eröffnet
in der Markstraße im "Haus zum Güldenen Rad" sein Landesstudio Thüringen.
Die Stadt Erfurt ist unter der Internetadresse
www.erfurt.de Online
gegangen. Eröffnung der neuen Messe Erfurt. Zum europäischen Glockentag aus
Anlass des 500jährigen Jubiläums des Gusses der Gloriosa findet die
multimediale Schau "ars via regia" statt. Eröffnung der Hauptstelle Erfurt
der Deutschen Bundesbank. Das Arbeitsamt nimmt die Tätigkeit in seinem neuen
Gebäude auf. |
| 1998 | Das Parkhaus „Domplatz", das
erste eigene Haus der
Stadtwerke Erfurt,
Parken GmbH, wird eröffnet. Einweihung der Kliniken für Strahlentherapie und
Radioonkologie sowie Nuklearmedizin auf dem Gelände des Klinikums Erfurt.
Eröffnung des Max-Weber-Kollegs an der wieder gegründeten Erfurter
Universität. Beginn des Wiederaufbaus des Collegium maius der Alten
Universität Erfurt in der Michaelisstraße. Beginn der Abrissarbeiten im
Brühl für den Theaterneubau. |
| 1999 | Inbetriebnahme der sanierten
Start- und Landebahn des Flughafens Erfurt. Spatenstich für das neue
Erfurter Theater im Brühl. Das Augusta-Viktoria-Stift am Hospitalplatz
feiert sein 135jähriges Bestehen. Erste Sitzung des Bundesarbeitsgerichtes
(BAG) in Erfurt. |
| 2000 | Einweihung des Gebäudes des
Bundesarbeitsgerichtes. Am 6.2. erfolgt die Unterzeichnung eines in
deutscher, englischer und in hebräischer Sprache ausgefertigten
Freundschaftsvertrages zwischen den Städten Erfurt und Haifa. Die
israelische Küstenstadt ist Erfurts 15. Partnerstadt.
Eröffnung der 5,2 km langen
neuen Stadtbahnstrecke zum Stadtteil Ringelberg.
Nach neunmonatigen Restaurierungsarbeiten wird
die 1902 erbaute Thomaskirche mit einem Festgottesdienst wieder eingeweiht.
Auch der Flügelaltar wurde restauriert und kann wieder geöffnet werden.
Eröffnung des neuen Einkaufzentrums Anger1. Unterzeichnung des
Partnerschaftsvertrages mit der chinesischen Stadt Yan'an. Grundsteinlegung
für den Neubau des Katholischen Krankenhauses St. Johannes Nepomuk.
Einweihung der Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha. |
| 2001 | Übergabe des Straßennetzes im
Brühl. Eröffnung des neuen Justizzentrums im Brühl. Inbetriebnahme der neuen
1,6 km langen Stadtbahnstrecke zur Messe Erfurt AG. Einweihung des neuen
Gebäudekomplexes des Christophoruswerkes gGmbH am Ringelberg. Unterzeichnung
des Vertrags, aufgrund dessen die Bibliotheca Amploniana und weitere
historische Bibliotheksbestände als Dauerleihgabe der Stadt Erfurt an die
Universität Erfurt übergehen. Eröffnung der neuen Eisschnelllaufhalle. |
| 2002 | Der schwärzeste Tag des Stadt
Erfurt beginnt mit dem Massaker am Gutenberg Gymnasium in Erfurt.
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| Quelle: Landeshauptstadt Erfurt, Aus der Stadtchronik | |
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